Vor über 33 Jahren wird der spätere Champions-League-Sieger Stéphane Chapuisat (50) erstmals im BLICK als Fussballer erwähnt. Der damals 17-jährige linke Flügel des NLB-Aufsteigers Malley trifft im Direktduell auf seinen Vater Gabet (38). Der ehemalige Nati- und FC-Zürich-Verteidiger gibt bei Renens zum Abschluss seiner Karriere den Libero.

Max Kern (Text) und Valeriano Di Domenico (Fotos)





«Papa wird sehr alt aussehen!»

BLICK vom 8. August 1986

Papa Gabet sagt 1986 vor dem Familien-Duell über Linksfuss Chappi: «Das rechte Bein kann er gerade noch zum Gehen benützen.» 33 Jahre später sagt der heutige YB-Chefscout Chappi schmunzelnd: «Mein Vater hat wirklich sehr alt ausgesehen. Wir gewannen 1:0. Ich schoss das Tor – und zwar mit rechts. Das war natürlich schön für mich. Zuhause herrschte dann aber Funkstille...»

«Chappi: Kleine Augen nach grossem Sieg»

BLICK vom 30. Mai 1997

«Das war nach dem Triumph mit Borussia Dortmund im Champions-League-Final. Wir waren gegen Juventus Turin die Aussenseiter. Niemand hatte uns den Titel zugetraut. Schon in München gabs danach eine Freinacht. Und nach der Rückkehr nach Dortmund ging die Party weiter. Ja, auf diesen Titel werde ich heute noch oft angesprochen. Das war natürlich das Schönste, das ich als Spieler erreichte. Doch ein noch grösseres Fest stieg in Dortmund, als wir 1995 Meister wurden. Denn es war ähnlich wie hier in Bern: Auch der BVB musste 32 Jahre auf einen Titel warten.»


«Willkommen Chappi!»

BLICK vom 21. Juli 1999

Arsenal, Chelsea, der FC Basel und der FC Zürich wollten ihn, aber Chappi wechselt vom BVB zu GC! «Das ist der Transfer des Jahres», schrieb der damalige BLICK-Sportchef Marc Walder. Chappi: «Beim BVB waren wir sechs Stürmer, der Konkurrenzkampf war riesengross. Ich wollte unbedingt spielen. Es war Zeit, zurück in die Schweiz zu kommen. Ich wollte weiter Titel gewinnen. Ich dachte, dass GC die richtige Adresse dafür sei. Und zwei Jahre später gewannen wir gegen St. Gallen in der letzten Runde 4:0 und lösten die Ostschweizer als Meister ab.» Dem 1:0 von Richard Nunez ging damals ein Foul von Chappi voraus, wird in der Ostschweiz heute noch behauptet. «Das war kein Foul, Schiri Urs Meier hatte ja nicht gepfiffen. Der Verteidiger der St. Galler (Daniel Imhof, die Red.) hat sich ein bisschen ungeschickt angestellt.»

«Chapuisat: Von der 1. Liga zum Weltstar»

BLICK vom 21. Juli 1999

«Ich fühlte mich nie als Weltstar. Ich hatte nie davon geträumt, solche Erfolge zu feiern. Mein Traum war einfach, einmal in der Bundesliga zu spielen.» Anfang 1991 wechselt Chapuisat von Lausanne zu Bayer Uerdingen mit Ex-FCZ- und GC-Trainer Timo Konietzka (†). «Schon nach einer Woche in Uerdingen musste ich am Knie operiert werden und fiel drei Monate aus. Unter Timo musste ich leiden. Die letzten zehn Spiele konnte ich dann doch noch bestreiten, ich schoss dabei vier Tore. Ich hatte danach unter anderem auch ein Angebot des VfB Stuttgart. Aber Ottmar Hitzfeld, der neue Dortmunder Trainer, wollte mich unbedingt.» Als erster Ausländer erreicht Chappi in der Bundesliga die 100-Tore-Marke, 106 sinds am Schluss.

«Ich will nicht in die Wüste»

BLICK vom 5. September 2000

Neben der Schlagzeilen zeigt BLICK eine Fotomontage, die Chappi als Scheich zeigt. GC-Sportchef Mathias Walther wollte den Champions-League-Sieger nach Saudi-Arabien verkaufen. Der 103-fache Internationale schmunzelt: «Wenn ich damals schon gewusst hätte, dass die WM 2022 in Katar steigt, dann... Nein, im Ernst. Das war für mich eh kein Thema.» Chappi schrieb GC-Besitzer Rainer E. Gut einen Brief und beschwerte sich über das Vorgehen des Sportchefs.

«Au revoir Chappi: Mamas Tränen – und alle gaben ihm die Hand»

BLICK vom 30. Mai 2005

Im offenen Wagen wird YB-Stürmer Chappi zum Karrieren-Abschied durchs Berner Neufeld-Stadion gefahren. «Mein Rücktritt. Ich hatte drei schöne Jahre bei YB. Doch kurz darauf stiegen mein Vater und Gérard Castella mit Lausanne in die Nationalliga B auf. Am 10. Juli fragten mich die beiden, ob ich ihnen helfen würde. Dann habe ich noch eine Saison im B gespielt.»

«Chappi: Im Juni heiratet ich meine Marianne»

6. Mai 2003

Zum Thema Familienplanung sagt der Romand damals schmunzelnd: «Mal schauen...» Neben Tochter Cindy (26) aus erster Ehe ist Chappi heute auch Vater von Sophie (15), Emily (13) und Mathieu (8). Klein Chappi spielt bei den F- und E-Junioren des Fribourger Klubs FC Courgevaux. Beherrscht Mathieu den berühmten Haken, mit dem sein Vater zwei Jahrzehnte lang jeden Verteidiger der Welt narrte? «Mathieu ist Rechtsfuss. Er kann andere Tricks, auch sein Grossvater hat ihm einige beigebracht.»



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