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Februar 2022
Der Überfall
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Russische Panzer auf dem Marsch Richtung Kiew. (IMAGO/SNA)
Am 24. Februar verkündet der russische Präsident Wladimir Putin in einer TV-Ansprache eine «militärische Spezialoperation» in der Ukraine. Am frühen Morgen überfällt die russische Armee aus mehreren Richtungen das Land. Sie greift sowohl militärische als auch zivile Ziele an.
Die russischen Truppen erobern schnell die Sperrzone um das ehemalige Atomkraftwerk Tschernobyl (1). Am ersten Kriegstag wird auch der Flughafen Hostomel (2) nördlich der Hauptstadt Kiew (3) besetzt, aber kurz darauf von den ukrainischen Streitkräften zurückerobert. Die russischen Angriffe auf die Städte Charkiw (4) und Kiew scheitern.

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Die Schlangeninsel.
Im Süden besetzen russischen Truppen die strategisch wichtige Schlangeninsel (1). Von der Krim (2) aus überqueren die Russen den Fluss Dnepr (3) und besetzen die Stadt Cherson (4).

März 2022
Bollwerk Kiew
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Kiew unter Beschuss. (IMAGO/ZUMA Wire)
Die russischen Truppen versuchen Kiew (1) und Charkiw (2) einzukesseln. Es gelingt ihnen nicht, den Belagerungsring um Kiew zu schliessen.

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Russische Truppen in den Strassen von Mariupol. (IMAGO/ZUMA Wire)
Die russische Armee übernimmt die Kontrolle über die ukrainische Grossstadt Cherson (1) und stellt eine Landbrücke (2) zu den bereits unter russischer Kontrolle stehenden Gebieten in der Ostukraine her. Die Ukraine ist vom Asowschen Meer abgeschnitten. Die Angriffe auf die Hafenstadt Mariupol (3) erfolgen ohne Rücksicht auf zivile Opfer. Es gibt Luftangriffe auf eine Geburtsklinik und ein Theater, in dem Zivilisten Schutz suchen.

April 2022
Rückzug im Norden
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Der verwüstete Kiewer Vorort Butscha nach dem Abzug der russischen Truppen. (The Associated Press)
Die russischen Streitkräfte ziehen sich aus dem Norden der Ukraine in Richtung Belarus und Russland zurück. Nachrückende ukrainische Soldaten finden in den ehemals besetzten Gebieten Leichen von Zivilisten und Beweise für Kriegsverbrechen. Im Kiewer Vorort Butscha (1) haben russische Truppen ein Massaker an Zivilisten verübt.
Ein Teil der zurückgezogenen russischen Truppen wird direkt in den Osten der Ukraine verlegt. An der östlichen Front kommt es um die Stadt Isjum (2) zu heftigen Kämpfen. In Mariupol (3) drängen russische Kräfte die ukrainischen Verteidiger auf das Gelände des Stahlwerks Asowstal zurück. Die ukrainische Armee versenkt mit Neptun-Seezielflugkörpern die Moskwa, das Flaggschiff (4) der russischen Schwarzmeerflotte.

Mai 2022
Umkämpfter Osten
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Russische Artillerie nimmt ukrainische Stellungen unter Beschuss.
Russland fokussiert sich auf die Besetzung von Gebieten in den Oblasten Luhansk (1) und Donezk (2). Dank ihrer Artillerie-Überlegenheit rücken russische Streitkräfte langsam, aber kontinuierlich vor. Die ukrainische Armee erleidet schwere Verluste. Russland versucht, mit Raketenangriffen auf das ukrainische Schienennetz die Lieferung westlicher Waffen zu verlangsamen.
Isjum (3) wird erobert und dient als Hauptquartier für die russische Armee. Eine ukrainische Offensive um Charkiw (4) verläuft erfolgreich, die russischen Besatzungstruppen werden zurückgedrängt. Im Süden erhalten die letzten ukrainischen Verteidiger des Asowstal-Stahlwerks in Mariupol (5) den Befehl zur Kapitulation. Sie gehen in russische Gefangenschaft.

Juni 2022
Kampf um jeden Meter
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Das umkämpfte Chemiewerk Azot in Sjewjerodonezk. (Getty Images)
Die Stadt Sjewjerodonezk (1) ist heftig umkämpft. Beide Seiten ringen hart um jeden Meter Boden. Während schwerer Bombardierungen der Stadt Lyssytschansk (2) suchen Zivilisten und Kämpfer Zuflucht im Chemiewerk Azot (3). Trotz aller Bemühungen können die russischen Truppen im Donbass keine entscheidenden Geländegewinne erzielen. Die ukrainischen Truppen ziehen sich aus einigen Gebieten nahe Lyssytschansk zurück.

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Das Einkaufszentrum in Krementschuk brannte vollends aus.
Es gibt weitere russische Raketenangriffe auf die Region um Kiew (1) und Einschläge in den Oblasten Chmelnyzkyj (2), Lwiw (3), Mykolajiw (4), Schytomyr (5) und Tschernihiw (6). Ein Raketenangriff auf ein Einkaufszentrum in Krementschuk (7) fordert mindestens 18 Tote.

Juli 2022
Waffen aus dem Westen
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Amerikanischer Mehrfachraketenwerfer im Einsatz in der Ukraine.
Die westlichen Waffenlieferungen zeigen Wirkung. Die ukrainische Armee nutzt vor allem Mehrfachraketenwerfersysteme (Himars) mit hoher Reichweite, um Gefechtsstände und Munitionsdepots hinter der Front anzugreifen. Trotzdem kann Russland im Juli die vollständige Eroberung des Gebiets Luhansk nach der Einnahme von Lyssytschansk (1) verkünden.

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Der Hafen von Odessa nach einem russischen Raketenangriff.
Russische Truppen räumen die strategisch wichtige Schlangeninsel (1) nach Angriffen der Ukraine. Raketenangriffe in der südukrainischen Region Odessa (2) fordern weitere Todesopfer. Die Ukraine startet eine Gegenoffensive in der Region Cherson (3).

August 2022
Krim unter Beschuss
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Der Flugplatz Saki auf der Krim unter ukrainischem Beschuss.
Die ukrainischen Streitkräfte greifen zum ersten Mal militärische Ziele auf der Halbinsel Krim (1) an, etwa den Flugplatz Saki (2). Nach Angriffen der Ukraine in Cherson (3) sind alle drei Dnepr-Brücken unbenutzbar. Die ukrainische Gegenoffensive in diesem Gebiet kommt nur langsam voran. Immer wieder kommt es zum Beschuss des Atomkraftwerks nahe der Stadt Saporischschja (4), das von russischen Streitkräften besetzt ist. Das Kraftwerk muss deshalb für die Dauer von einem Tag vom Netz getrennt werden.
Bei einem russischen Angriff auf den Bahnhof von Tschaplyne (5) kommen 18 Zivilisten ums Leben. Die Ukraine startet eine Gegenoffensive bei Cherson (3). Durch eine Umschichtung russischer Truppen in den Süden hatte Russland bereits vor der Offensive auf einen möglichen Angriff reagiert.

September 2022
Rückeroberungen und Teilmobilmachung
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Ukrainische Infanterie im Raum Charkiw.
Der ukrainischen Armee gelingt es, verlorenes Territorium bei Cherson (1) zurückzuerobern. Danach ergreift die ukrainische Armee auch im Gebiet Charkiw (2) die Initiative und befreit Orte wie Balaklija (3), Isjum (4) und Kupjansk (5). In wenigen Tagen gelingt es der ukrainischen Armee, Tausende Quadratkilometer zurückzuerobern und die Besatzungstruppen bis hinter den Fluss Oskil zu vertreiben. Auch erste Ortschaften im früher vollständig unter russischer Kontrolle stehenden Oblast Luhansk werden befreit.
Putin ruft am 21. September 2022 die Teilmobilmachung aus.

Oktober 2022
Vergeltung für die Krim-Brücke
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Die Krim-Brücke nach dem ukrainischen Angriff. (Keystone)
Russland richtet seinen Fokus auf die Energieinfrastruktur der Ukraine. Anfang Oktober beginnen Raketen- und Marschflugkörperangriffe als Reaktion auf den ukrainischen Angriff auf die Krim-Brücke (1), die einzige direkte Verbindung der Krim zum russischen Festland. Zusätzlich zu den russischen Flugkörpern kommen iranische Kamikaze-Drohnen des Typs Schahed-136 zum Einsatz. Weite Teile der Ukraine werden angegriffen, darunter auch zivile Ziele im Westen.

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Das Atomkraftwerk von Saporischschja ist leistungsstärkste Kernkraftwerk Europas. (Keystone)
Vor allem Angriffe auf Stromkraftwerke führen zu zahlreichen Stromausfällen. Zweimal binnen weniger Tage ist das AKW Saporischschja (2) deshalb vom Stromnetz getrennt. Es muss mit Generatoren versorgt werden, um die Kühlsysteme der Brennelemente aufrechtzuerhalten. Russland beginnt mit dem Rückzug aus Cherson (3).

November 2022
Rückzug im Süden
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Bewohner aus Cherson jubeln über die Rückeroberung der Stadt. (mainpost.de)
Die russischen Truppen räumen unter dem Druck der ukrainischen Armee das westliche Ufer des Dnepr (1) und die Stadt Cherson (2).

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Die zerstörte Antoniwka-Brücke bei Cherson. (IMAGO/ZUMA Wire)
Die abziehenden Truppen zerstören die Antoniwka-Brücke (1) bei Cherson (2) und beziehen Stellung auf der anderen Seite des Flusses. Der ukrainische Vorstoss stockt wegen schwierigem Gelände und schlechtem Wetter.
Bis Mitte November werden durch Raketenangriffe rund 50 Prozent des Stromnetzes der Ukraine zerstört. Stromausfälle für Millionen von Menschen sind die Folge.

Dezember 2022
Evakuierung
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Beim Abzug aus Cherson lassen die russischen Besatzer Material zurück. (IMAGO)
Russland zieht sich südlich von Cherson (1) zurück und verlegt Einheiten in den Donbass zur Unterstützung in der Schlacht um Bachmut (2). Im befreiten Cherson beginnt wegen des anhaltenden Bombardements von Wohnhäusern und öffentlichen Einrichtungen die Evakuierung von Zivilisten in das als sicher geltende Gebiet Chmelnyzkyj (3).
Nach massiven Raketenangriffen auf die Infrastruktur im ganzen Land gibt es in weiten Teilen der Ukraine weder Strom noch fliessendes Wasser.

Januar 2023
Grabenkämpfe im Osten
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Ein Teil der Schwarzmeerflotte läuft mit unbekanntem Ziel aus.
Eine weitere Welle russischer Raketenangriffe erschüttert die Ukraine. Sowohl in der Region Kiew (1) als auch in anderen Regionen wie Odessa (2) kommt es zu Bombardierungen. Aus dem Schwarzmeerhafen Noworossijsk (3) laufen Schiffe und U-Boote der russischen Flotte mit unbekanntem Ziel aus.

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Ukrainische Soldaten feuern auf russische Stellungen an der Front bei Bachmut. (AP)
Bei der Offensive zur Einnahme der Stadt Bachmut (1) in der Ostukraine stösst Russland auf erbitterten Widerstand. Bachmut steht seit Wochen im Zentrum der Kämpfe in der Ostukraine. Die Stadt befindet sich nur wenige Kilometer entfernt von dem von Russland eingenommenen Ort Soledar (2).

Februar 2023
Überraschungsbesuch
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US-Präsident Biden trifft sich mit dem ukrainischen Präsidenten Selenzki in Kiew. (IMAGO)
Die russischen Streitkräfte verstärken Anfangs Februar ihre Angriffe im Gebiet Kremina (1) und um Bakhmut (2). Ukrainische Einheiten beschiessen russische Militäreinrichtungen bei Cherson (3) und versuchen den Fluss Dnipro zu überqueren, wobei es zu kleineren Gefechten kommt. In der Nacht vom 10. auf den 11. Februar greifen die russischen Streitkräfte den Süden der Ukraine mit Raketen und Drohnen an. Mitte Februar folgt eine weitere Serie von Raketenangriffen auf die gesamte Infrastruktur des Landes. Die russische Armee versucht weiterhin im Gebiet westlich von Donezk (4) und Bachmuth (2) an Boden zu gewinnen.
US-Präsident Joe Biden besucht die Ukraine (5).