Die Evolution der 10er-Note

  1. Zweite Banknotenserie 1911


    Die 10-Franken-Note wurde erst mit der zweiten Serie gedruckt und zeigte eine Neuenburgerin. In der ersten Serie von 1907 war die kleinste Note noch ein 50er. Die zwischen 1911 und 1914 ausgegebene zweite Notenserie enthielt zudem eine 40-Franken- und eine 5-Franken-Note. Diese zeigte Wilhelm Tell und war dafür bestimmt, die silberne 5-Franken-Münze zu ersetzen. Diese hätte im Kriegsfall oder während einer schweren Krise gehortet und somit weitgehend dem Zahlungsverkehr entzogen werden können. Der Fünffränkler war von allen Noten der SNB am längsten im Umlauf und wurde erst 1980 zurückgerufen. Die Noten der zweiten Serie wurden erst 1956/57 ersetzt – eine ziemlich lange Lebensdauer für Banknoten.

    Porträt vorne «Neuenburgerin» im Medaillon links
    Motiv hinten Ornamente, Rosette und Wertziffer
    Hauptfarbe gelbbraun
    Entwurf Gabriel Lory (fils) und Friedrich Moritz
    Format (mm) 82x135
    Ausgabedatum Reservenote
    Druck Waterlow, London
  2. Fünfte Banknotenserie 1956


    Die vier höchsten Werte, die 1957 ausgegeben wurden, bildeten erstmals in der Schweizer Banknotengeschichte eine thematische und formale Einheit. Vorne waren Frauen, ein Knaben- und ein Meitli-Kopf zu sehen. Die Sujets der Rückseite hängen mit den Porträts zusammen. Erstmals wurde eine 10er-Note nicht nur entworfen und gedruckt, sondern auch ausgegeben. Auf ihr ist der Dichter und Politiker Gottfried Keller (1819-1890) zu sehen. Der 10er und der 20er sind die einzigen Scheine der Serie, die in Zürich von Orell Füssli und nicht in London gedruckt wurden.

    Porträt vorne Gottfried Keller rechts
    Motiv hinten Nelkenwurz
    Hauptfarbe braunrot
    Entwurf Hermann Eidenbenz
    Format (mm) 75x137
    Ausgabedatum 01.10.1956
    Rückruf auf 01.05.1980
    Wertlos ab 01.05.2000
    Druck Orell Füssli, Zürich
  3. Sechste Banknotenserie 1976


    Ende der sechziger Jahre überdachte die SNB ihre Politik betreffend Gestaltung und Herstellung der Noten vollständig neu und übernahm zum ersten Mal die alleinige Führung von Planung bis Zusammenarbeit mit Druckern. Die Wahl der Themen und die grafische Gestaltung veränderten sich ebenfalls. So entstanden sechs Noten, deren Vorderseite jeweils vom Porträt einer historischen Persönlichkeit dominiert wird und die entsprechende Rückseite einen thematisch engen Bezug zur dargestellten Persönlichkeit hat. So zeigte das neue 10er-Nötli den Mathematiker Leonhard Euler (1707–1783), der sich unter anderem mit Turbinen und der der Mechanik von Strömungen auseinandersetzte. Die Rückseite zeigt entsprechend eine Wasserturbine.

    Porträt vorne Leonhard Euler
    1707 – 1783
    Mathematiker
    Motiv hinten Wasserturbine, Sonnensystem und Strahlengang in einem Linsensystem
    Hauptfarbe rotbraun
    Entwurf Ernst und Ursula Hiestand
    Format (mm) 66 x 137
    Ausgabedatum 05.11.1979
    Rückruf auf 01.05.2000
    Wertlos ab 01.05.2020
    Druck Orell Füssli, Zürich
  4. Siebte Banknotenserie 1984


    Die Noten der siebten Serie wurden von Roger und Elisabeth Pfund entworfen. Sie hatten den Wettbewerb für die sechste Serie gewonnen. Da sich die SNB schliesslich aber für die Noten von Ernst und Ursula Hiestand entschied, wurden Roger und Elisabeth Pfund für die Gestaltung der Reserveserie berücksichtigt. Die Noten – darunter ein 10er wieder mit einem Porträt von Leonhard Euler – wurden nie herausgegeben und im ordentlichen Prozess vernichtet. Die siebte Serie war zugleich die letzte Reserveserie. Anstelle einer Reserveserie wurde das Sicherheitssystem der Banknoten der achten Serie laufend weiter entwickelt.

    Porträt vorne Leonhard Euler
    Motiv vorne Entwicklung des Polyeders
    Die Brücken von Königsberg
    Motiv hinten Gammafunktion
    Zahlenberechnugstabelle
    Schema des Sonnensystems
    Hauptfarbe rotbraun
    Entwurf Roger und Elisabeth Pfund
    Format (mm) 66 x 137
    Ausgabedatum Reservenote
    Druck Orell Füssli, Zürich
  5. Achte Banknotenserie 1995


    Mit der achten Nötli-Serie riss der Lauf von Mathematiker Euler ab: Er wurde vom Architekten Le Corbusier (1887–1965) af der 10er-Note ersetzt. Kein Wunder: Denn bei der Auswahl der Notenpersönlichkeiten und ihren Werken berücksichtigte die SNB neu Kunstrichtungen wie Architektur, Musik, darstellende Kunst sowie Literatur. Ausserdem wurde der der Sprach- und Kulturvielfalt der Schweiz Rechnung getragen. Zum ersten Mal diente für die Notengestaltung die elektronische Bildbearbeitung. Das angewandte Sicherheitskonzept geht von den ehemals versteckten Sicherheitsmerkmalen hin zu den transparenten.

    Porträt vorne Le Corbusier
    1887 – 1965
    Architekt, Urbanist, Maler, Theoretiker
    Motiv hinten Justizpalast Chandigarh
    Sekretariatsfassade
    Modulor
    Sekretariatsgebäude
    Hauptfarbe gelb
    Entwurf Jörg Zintzmeyer
    Format (mm) 74x126
    Ausgabedatum 08.04.1997
    Druck Orell Füssli, Zürich
  6. Neunte Banknotenserie 2016


    Bei der Gestaltung der neuen Banknotenserie geht die Schweizerische Nationalbank neue Wege – abgebildet werden keine Persönlichkeiten mehr. Jede Note stellt vielmehr eine für die Schweiz typische Seite vor, die gestalterisch jeweils durch ein Hauptelement repräsentiert wird. Jede Seite wird durch eine Handlung, einen Ort in der Schweiz und weitere grafische Elemente illustriert. Das Thema der neuen Banknotenserie lautet denn auch „Die vielseitige Schweiz“.

    Notenthema Organisation
    Hauptelement Zeit
    Hauptfarbe gelb
    Entwurf Pfrunder Manuela, Zürich
    Format (mm) 70 x 123
    Ausgabedatum 11. Oktober 2017
    Druck Orell Füssli, Zürich